Spielberichte

7. August 2019

Söldner im Illerstadion

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Am Sonntag, den 11.08. empfangen die Allgäu Comets die Marburg Mercenaries im Illerstadion in Kempten.
Nach zwei Siegen in Folge gegen die Stuttgart Scorpions sieht die Tabellensituation für die Mannschaft deutlich besser aus als vor dem letzten Heimspiel. Stand man vor der ersten Begegnung mit den Scorpions rechnerisch noch auf dem letzten Platz, so konnte man sich durch die zwei Siege auf den vorläufigen Platz fünf in der Tabelle vorarbeiten.

Die Marburg Mercenaries konnten davon profitieren, auf den Playoffrängen die Scorpions überholen und sich etwas von ihnen absetzen. Sie werden heute sicher alles versuchen, diese Position zu halten und den Comets nichts schenken. Sie hatten allerdings in den Spielen gegen die Mannschaften aus dem momentanen „Tabellenkeller“ die ein oder andere Schwierigkeit. So geriet man z. B. gegen die Wildcats, die Dukes und die Cowboys zur Halbzeit in Rückstand, konnte aber – ähnlich wie die Comets – in der zweiten Spielhälfte immer aufholen und die Partie drehen. Gegen Tabellenführer Schwäbisch Hall aber lieferten die hessischen Söldner vergangenen Sonntag eine respektable Vorstellung und unterlagen 36:42 – mit nur sechs Punkten Unterschied.

Ähnlich wie die Comets unter Headcoach Hesham Khalifa werden die heutigen Gäste von einem Interims-Coach geleitet, nachdem im Juni deren Headcoach Dale Heffron, im Amt seit 2016, wegen internen Differenzen zurücktrat. Seither führt Tibor Gohmert, bisher OL-Coach, die Söldnertruppe an.

Der Marburger Angriff ist in dieser Saison etwas passlastiger als vergangenes Jahr. Quarterback #7 Jakeb Sullivan kam im April vom Div2-College South Dakota School of Mines zu den Marburgern, dort wurde er vergangene Saison zum besten Quarterback der Division gewählt. Mit seinem passsicheren Spiel bedient die aktuelle Nr. 1 in den GFL-Statistiken zu Passing-Yards pro Spiel vor allem die Receiver #82 Hendrik Schwarz (mit ca. 82 Receiving-Yards pro Spiel in der GFL Rang 8), #1 Tyler O’Donnell und #8 Bence Takacs. Ob O’Donnell nach seinem Rippenbruch einsatzbereit ist, wird sich noch zeigen, die Marburger verfügen aber auf den Receiverposten über einen relativ tiefen Kader.

Bei aller Passlastigkeit kommt das Laufspiel der Gäste aber auch nicht zu kurz – so hält Runningback #22 Triston McCathern aktuell in der German Football League den vierten Platz mit durchschnittlich 68 gelaufenen Yards pro Spiel.

Der Comets-Angriff muss vor allem die Sicherheit beim Passspiel noch deutlich verbessern, die wenigen von Quarterback #9 Raleigh Yeldell im Auswärtsspiel gegen die Scorpions geworfenen Bälle wurden noch zu häufig fallen gelassen, nicht gefangen oder kamen nicht an. Ihre Chance sahen die Allgäuer bei dieser Begegnung in der relativ schlechten Laufverteidigung der Stuttgarter, die die Comets durch Läufe mit den Running Backs #35 Matthias Schäffeler und #11 Lennies McFerren und vor allem durch Yeldell selbst gewinnbringend ausnutzen konnten. Gegen Marburg dürfte das schwieriger werden, vor allem Linebacker #24 Justus Moreland und DL #52 Joel Maddock finden sich in den Defense-Statistiken ganz weit vorne. Comets-Offense Coordinator Sebastian Johansson sprach aber bereits, dass man am Sonntag mehr vom Passspiel der Comets sehen wird.
Auch wird es für die Comets zukünftig ganz wichtig sein, die Disziplin während des Spiels zu verbessern – auch im Spiel gegen die Scorpions handelte man sich wieder einige unnötige Strafen ein. “Wir arbeiten genau an diesen Punkten während unseres Trainings.”, so Johansson. “Wir holen hier jetzt vieles nach, woran wir bereits in der Pre-Season hätten arbeiten sollen; die Snaps, das Tackling und die Spielpläne.”

“Wichtig ist uns,” so Johansson weiter, “dass uns unsere Fans nie abgeschrieben haben. Das wollen wir Ihnen nun mit guten Spielen wieder zurückzahlen; denn wir sind immer noch hungrig auf weitere Siege.”

Mit dem spürbaren Ruck, der nach dem Trainerwechsel und der Ankunft des neuen Quarterbacks durch die Mannschaft ging, ist aber auch eine vermeintlich schwere Partie gegen die Marburg Mercenaries noch lange nicht entschieden und durch die Siege gegen die Scorpions steht man nun auch nicht mehr mit dem Rücken zur Wand.

Eine der vier bayerischen Mannschaften wird in die Relegation müssen, welche ist derzeit noch vollkommen ungewiss. Am kommenden Wochenende spielen die Comets am Samstag, 17.08. auswärts in Kirchdorf bei den Wildcats, die trotz schwächerer “Papierform” im Illerstadion knapp siegreich waren. Will man den Abstand zum Relegationsplatz halten, sollte man dieses Spiel ebenso gewinnen – die Dukes waren dort vergangenes Wochenende mit 0:24 erfolgreich. Den Mercenaries wird man am 25.08. zum Rückspiel in Marburg noch einmal begegnen.